FSV Offenbach
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Edelfan Michael Mink

Edelfan Michael vom FSV Offenbach ist bis zu 1500 Kilometer mit dem Rollstuhl in einer Saison für seine Mannschaft unterwegs

  

Der Edelfan des FSV Offenbach ist Michael Mink. Der 39Jährige, geboren am 21.01.1976 in Mannheim, lebt seit seiner Geburt mit einer Behinderung, die es ihm nicht mehr erlaubt zu gehen. Bereits nach der Geburt kam er zu Pflegeeltern in die Südpfalz und lebt seit er 18 ist, in einer Wohngemeinschaft des CBF Landau. Die leiblichen Eltern sind ihm bis heute nicht bekannt. Lediglich seine leibliche Schwester, die noch im Badischen wohnt, sieht er hin und wieder.

Doch wie wird einer zum Edelfan eines südpfälzischen Clubs wie dem FSV Offenbach? Seine Begeisterung für den Fußball hat er schon immer. Er selbst wäre gern Torwart geworden, hätte er nicht seine körperliche Beeinträchtigung. Zum Zuschauen gezwungen, schloss er sich vorerst einem Fußballverein in Landau an. Diesem war er recht lange treu und verfolgte deren Spiele mit viel Leidenschaft. Doch mit dem anhaltenden Misserfolg des Vereins fühlte sich Michael Mink nicht mehr willkommen und suchte sich einen neuen Verein, dem er sich anschließen konnte. So kam es, dass Michael im Jahr 2010 einige Spiele des FSV einfach mal so, wie er auch ausdrückt, anschaute und sich sofort pudelwohl fühlte. Besonders das Niveau und die Art des Fußballs in Offenbach hätten im gut gefallen. Außerordentlich ans Herz gewachsen ist ihm der derzeitige Trainer der Aktiven, Dietmar Bittner. In ihm fand er einen guten Freund und einen noch besseren Grund die Spiele des FSV anzuschauen. Mit der Zeit wuchs die Verbindung zwischen Michael und dem FSV Offenbach. Seinem Edelfan schenkte man Fankleidung und Schals, die Michael bis heute mit Stolz trägt.

 

Unglaublich aber wahr, dass er in einer Saison bis zu 1500km mit seinem elektronisch betriebenen Rollstuhl zurücklegt. Egal bei welchem Wetter, Michael erscheint zu jeder Trainingseinheit des FSV Offenbach. Auch zu jedem Heimspiel ist auf Michael Verlass. Selbst zu den Auswärtsspielen des FSV ist Michael mit seinem Rollstuhl unterwegs. Das weiteste Auswärtsspiel das er besuchte, war das Spiel in Idar-Oberstein. Die Zug- bzw. Busfahrten dorthin organisiert der Edelfan völlig selbstständig. „Da wird vorher halt mal bei Gogglemaps geschaut“, so Michael Mink. Zu den weiteren Auswärtszielen gehörten auch Waldalgesheim, Rieschweiler, Bingen und viele mehr.

Für diese Runde wünscht sich Michael, dass der FSV den Abstieg aus der Verbandsliga verhindern kann. „Und dann mal gucken....“. Zuversichtlich geht er ins kommende Jahr 2016. Dass er dem FSV auch beim Abstieg treu bleibt, ist für ihn Ehrensache. Genauso Ehrensache ist für ihn das Mithelfen bei Heimspielen oder Trainingseinheiten des FSV. „Es wird immer mal wieder einer gebraucht, der das Flutlicht auf dem Kunstrasen ausmacht“, meint er keck.

In seiner sonstigen Zeit arbeitet er für die Südpfalzwerkstatt in Offenbach. Dort ist er beispielsweise zuständig für Waren, die der Firma Nolte zukommen.

Bei der diesjährigen Weihnachtsfeier der ersten Mannschaft war er natürlich Ehrengast und verriet uns sein Lieblingsgetränke: Weizenbier, aber nur wenn er nicht mehr fahren müsse. Ansonsten trinkt er die bekannte gelbe Limo, die er stets in seinem Rollstuhl mit sich führt.

 

Geschichten die der Fußball schreibt: Mit dem Rollstuhl durch die Verbandsliga.

 

David Weiß, Dezember 2015

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